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Was ist der Unterschied zwischen Data Matrix Code und QR-Code?

In Zeiten von 2D-Codes hört man häufig etwas von QR-Code und wenn man dann etwas weiter schaut, dann auch von Data Matrix Code. Beide Barcode-Typen sind 2-dimensionale Codes und in einer Art Schachbrettmuster aufgebaut. Sowohl der QR-Code, als auch der Data Matrix Code sind weit verbreitet und können Beide von vielen Barcodescannern gelesen werden.

Die Verwendung der beiden 2D-Codes ist unterschiedlicher, wie sie unterschiedlicher beinahe nicht sein könnte. Und jetzt ist die Frage: welcher 2D-Code ist der Richtige für mich / meine Prozesse / mein Unternehmen?

Was ist der Vorteil von einem 2D-Code?

2D-Codes haben in der Regel eine höhere Datendichte als vergleichbare 1D-Barcodes. Der Data-Matrix-Code kann bis zu 2335 Zeichen kodieren. Der QR-Code erhöht diesen Wert auf 4296 Zeichen. Zum Vergleich: die Überschrift dieses Blog-Beitrags hat 62 Zeichen.

Neben der Datendichte ist auch das omnidirektionale Lesen ein Vorteil von 2D-Codes. Für den Barcodescanner spielt es keine Rolle in welchem Winkel 0 – 360° der Barcode vor der Linse ist.

Mit letzterem Vorteil kann man eine höhere Lese-Quote schaffen, da die Ausrichtung des Barcodes keine Rolle mehr spielt. Gerade wenn Etiketten willkürlich platziert sind, ist das omnidirektionale Lesen ein Geschwindigkeitsvorteil.

Was ist ein Data-Matrix-Code?

In einem Raster von schwarzen und weißen Zellen kodiert der Data-Matrix-Code die Barcodeinhalte. Der Data-Matrix-Code wurde 1994 in den USA erfunden. Charakteristisch für den Data-Matrix-Code ist die L-Form, die als Begrenzung des Codes gilt. Auf zwei Seiten ist diese L-Form mit einer durchgehenden Linie vorhanden. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die L-Form gestrichelt.

Was jetzt direkt auffällt ist, dass es zwei Formen des Data-Matrix-Code gibt. Die quadratische Form (oben) ist am meisten verbreitet. Weniger verbreitet ist die rechteckige Form. Beide Formen sind Data-Matrix-Codes.

Klassischerweise druckt man Data-Matrix-Codes in schwarz weiß. Andere Farben sind möglich, sofern ein hoher Kontrast gewährleistet ist. Der Kontrast ist notwendig, damit der Barcodescanner die verschiedenen Elemente erkennen kann und dann die Dekodierung daraus ableiten kann.

Für das Lesen eines Data-Matrix-Codes benötigt man einen klassischen Barcodescanner oder eine spezielle App auf dem Smartphone bzw. Tablet.

Was ist ein QR-Code?

Beim QR (Quick Response)-Code handelt es sich ebenfalls um einen 2-dimensionalen Barocde in schwarz-weiß oder anderen kontrastreichen Farbkombinationen. Der QR-Code wurde 1994 von dem japanischen Unternehmen Denso erfunden. 3 quadratische Strukturen zeichnen den QR-Code aus: einen in der linken oberen, einen in der rechten oberen und einen in der linken unteren Ecke.

Erkennungsmuster des QR-Code

QR-Codes können von vielen Smartphones ab Werk gelesen werden. Mittlerweile ist es so, dass die vorinstallierten Kamera-Apps schon QR-Codes lesen können. Auch klassische Barcodescanner können QR-Codes lesen.

Was haben QR-Code vom Data-Matrix-Code gemeinsam?

Beide Barcodetypen haben eine Fehlerkorrekturfunktion. Damit können Daten trotzdem gelesen werden, auch dann wenn die Codes teilweise beschädigt / nicht lesbar / Teile entfernt worden sind. Es handelt sich um einen speziellen Algorithmus, der hier verwendet wird, um dies zu ermöglichen.

Auch das omnidirektionale Lesen haben beide Codes gemeinsam. Das macht Sie beim Lesen sehr effizient und Anwender müssen sich nicht um die Ausrichtung von Barcode oder Barcodescanner kümmern.

Darüber hinaus eignen sich beide Codetypen zur Erfassung produktbezogener Daten wie Ablaufdatum, Seriennummer oder Chargeninformation. Es lassen sich URLs hinterlegen, über die Verbraucher per Scan direkt auf weiterführende Webseiten gelangen – etwa mit Hinweisen zu Allergenen, Ernährungsweisen oder praktischen Anwendungs- und Rezeptanleitungen.

Auch der Dateninhalt kann bei beiden Codetypen identisch gehalten werden.

Beide 2D-Codetypen sind lizenzfrei und für die Nutzung ist keinerlei Lizenz notwendig. Die Spezifikationen sind als ISO-Norm verfügbar:

Welche ISO-Norm hat der Data-Matrix-Code?

Der Data-Matrix-Code basiert auf der ISO-Norm 16022.

Auf welcher ISO-Norm basiert der QR-Code?

Der QR-Code basiert auf der ISO-Norm 18004.

Was unterscheidet QR-Code vom Data-Matrix-Code?

Mit einer kleineren Größe bietet der Data-Matrix-Code bei gleichem Dateninhalt gleich zwei Vorteile:

Wo wenig Platz ist

Dort wo wenig Platz ist, macht der Einsatz von Data-Matrix-Codes Sinn. Der Code kann den Dateninhalt sehr kompakt darstellen und damit ist dieser Codetyp geeignet für Plätze, wo wenig Raum ist. Das kann z.B. auf Leiterplatinen, Brillengestellen, Schmuck oder anderen Kleinteilen sein.

Bei Medizinprodukte

Der Data-Matrix-Code ist der einzige Barcode, der zugelassen ist für regulierte Medizinprodukte. Die Zulassung geht von der GS1 aus.

In der Automobil- und Luftfahrtindustrie

In der Automobilbranche und in der Luftfahrtbranche hat sich der Data-Matrix-Code als Standardcode etabliert. Bei Warenbewegungen innerhalb dieser Branche findet man somit den Data-Matrix-Code sehr häufig an.

Für besonders Große Barcodes lohnt sich der Data-Matrix-Code

Gerade wenn ich einen begrenzten Platz habe, dann lohnt es sich den Data-Matrix-Code einmal näher anzuschauen. Bei gleihcem Dateninhalt kann der Data-Matrix-Barcode nämlich größer dargestellt werden. Das lohnt sich gerade dann, wenn man Barcodes aus größerer Entfernung erfassen möchte. Dies ist oftmals bei Lagerplätzen der Fall, wenn vom Gabelstapler aus oder in höhere Ebenen gescannt werden soll.

Für große Datemengen

Bei großen Datenmengen (z.B. komplexe URLs, komplette Visitenkarten) ist der QR-Code im Vorteil. Er kann mehr Daten als der Data-Matrix-Code fassen. Meist kommt man selten an diese Grenzen, doch wenn dies geschieht ist der QR-Code die bessere Wahl.

Weitere Informationen: Zebra.com